Clickbait, Krise, Klimaschutz: Warum wird die Energiewende so aggressiv diskutiert, Clara Pfeffer und Christian Hermann?
Shownotes
Sind Klima-Headlines nur noch Clickbait? Und brauchen wir Krisen, damit Menschen der Energiewende überhaupt zuhören?
In dieser Folge spricht Host Sophia Rödiger mit Clara Pfeffer und Christian Herrmann von n-tv über die Rolle des Journalismus in der Energie- und Klimadebatte. Die beiden hosten sonst gemeinsam den Klimapodcast „Klimalabor“ – und genau deshalb wird es spannend: Wo Christian offen über Klicklogik, Quoten und zugespitzte Überschriften spricht, betont Clara die demokratische Verantwortung des Journalismus, Macht zu kontrollieren und Orientierung zu geben.
Es geht um die Heizungsdebatte, aggressive Narrative, gezielte Desinformation, die Macht von Algorithmen und die Frage, warum Deutschland so wenig positive Geschichten über die Energiewende erzählt.
💬 „Manchmal in Europa sieht es so aus als würde man wollen, dass die Energiewende scheitert.“
Besonders hängen bleibt: Positive Nachrichten funktionieren. Aber sie müssen gut erzählt sein. Und die Energiewende braucht nicht nur Technik, sondern ein gemeinsames Zukunftsbild. ✅
In dieser Folge hörst du:
– Warum Energie- und Klimaberichterstattung seit der Ukraine-Krise härter geworden ist
– Weshalb zugespitzte Headlines nicht automatisch schlechter Journalismus sind
– Wo Clickbait gefährlich wird
– Warum Menschen bei der Energiewende oft den Überblick verlieren
– Welche Rolle Desinformation in Klima- und Energiedebatten spielt
– Warum Personal Brands klassische Medien herausfordern
– Weshalb Deutschland eine grüne Vision fehlt
– Was die New Energy Branche kommunikativ besser machen kann
– Warum Journalismus mehr erklären muss – fast wie die Sendung mit der Maus
Zitat Christian Herrmann: „Die ehrliche Antwort ist: weil die Leute das dann nicht anklicken und nicht schauen.“
Zitat Clara Pfeffer: „Unsere erste demokratische Verantwortung ist es halt nun mal, Macht zu kontrollieren.“
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Transkript anzeigen
00:00:00: Unsere erste demokratische Verantwortung ist es, mal Macht zu kontrollieren.
00:00:04: Und dann wurde auch eine Spur aggressiver in der Berichterstattung und alle haben sich gestritten.
00:00:10: Niemand weiß wo wir als Land gerade hinsteuern.
00:00:13: Machen wir Clickbait?
00:00:24: Sind Headlines nur noch clickbait?
00:00:27: Brauchen wir diese zugespitzten Überschriften um überhaupt aufmerksamkeit zu bekommen?
00:00:31: Welche Rolle spielt Journalismus bei der Energiewende?
00:00:35: Das diskutieren wir mit der Klima-Journalistin Clara Pfeffer und dem audioverantwortlichen Christian Hermann vom privaten Nachrichtenmedium NTV.
00:00:43: Ich würde nämlich erstmal einen Hallo noch mal an euch richten, und freue mich sehr dass wir heute vor allem das Thema Medienjournalismus nochmal in den ganzen Kontext Energie, Klima... besprechen, diskutieren verankern und streiten was auch immer kommen wird.
00:00:59: Ich möchte aber wissen ihr seid ja wirklich schon lange in dem Thema nicht nur mit einem eigenen Klimapodcast sondern grundsätzlich im Feld von Narrativen, im Feld vom Journalismus.
00:01:08: Was hat euch bewegt in dieses Feld überhaupt einzutreten?
00:01:11: Vielleicht fangen wir da mal an!
00:01:13: Was hat dich motiviert zu sagen ich möchte da einfach arbeiten Wirkung Verantwortung übernehmen.
00:01:18: Ja, hallo auch von mir.
00:01:19: Ich habe das schon recht früh in meinem Volontariat was ich bei NTV noch in Köln damals gemacht habe festgestellt.
00:01:26: Das war zu Beginn von Corona wo Parallel in Brasilien extreme Waldbrände im Amazonas Gebiet stattgefunden haben und meine Familie kommt aus Brasilien.
00:01:37: Insofern ging mir das irgendwie nah oder vielleicht noch näher als vielen anderen Und ich hab mich damit auseinander gesetzt.
00:01:44: Eigentlich war mein Wunsch, als Korrespondentin da hinzugehen und darüber zu berichten.
00:01:49: Und leider sagte die Chefredakteur dann damals naja das ist uns ein bisschen zu teuer und so gefährlich es machen wir jetzt erstmal nicht aber grundsätzlich mehr darüber zu brichten.
00:01:57: lass uns einen Weg finden das zu machen.
00:01:59: und dann habe ich verschiedene Sachen gepitscht verschiedene Vorschläge gemacht und einmal einen TV-Format dann auch umgesetzt.
00:02:06: Und dann kam ehrlicherweise von ihr der Anstoß, doch auch ein Audio-Formate zu machen.
00:02:10: Ich glaube es war zu dieser Zeit einfach ein Trend...
00:02:12: Okay das wusste ich nicht!
00:02:13: ... ganz viele
00:02:13: Podcasts zu machen.
00:02:15: Siehst du jetzt erfährst du hier auch noch was Neues?
00:02:17: Und sagte so vernetzt dich doch mal mit Christiane, ich find's gut wenn ihr ein Podcast dazu macht.
00:02:22: Bei mir ist es mehr oder weniger das komplette Gegenteil, glaube ich.
00:02:25: Ich bin eigentlich alles immer reingestolpert.
00:02:28: Ich mache Journalismus weil ich nicht zu Hause warten durfte.
00:02:31: meinen Mama hat mich gedrängt ein Praktikum zu machen als ich auf mein Studium warten musste.
00:02:35: Ich durfte nicht zuhause sitzen und die Einzigen die mich haben wollten waren eine Nachrichtenredaktion beim Radio dort entlassen und bei NTV gelandet.
00:02:42: und dann irgendwann kam die Anfrage von der ClaraGrad berichtet hat, macht doch ein Klimapodcast.
00:02:46: Und bitte macht es unterhaltsam und witzig nicht wie alle anderen.
00:02:50: Sehr gut!
00:02:51: Ja und schon auch mit der Ansage das konstruktiv zu machen und eben nicht nur auf die Zerstörung und auf die schlimmen Szenarien zu schauen sondern irgendwie... mit diesem Blick auch, was kann getan werden.
00:03:02: Auch gerade so eine Wirtschaftsperspektive die für MTV immer wichtig
00:03:05: ist.
00:03:05: Ja und das habt ihr erfolgreich auch mit vielen vielen folgenspannenden Gästen seit ja schon über zwanzig-einundzwanzig gemacht und seid damit früh gestartet nämlich schon vor auch ich sag mal einschlagenden Erlebnissen wie Ukraine also den Angriffskrieg.
00:03:21: Bemerk dir über die Zeit, wenn ihr so zurückblickt eine Veränderung in der Art und Weise wie diskutiert wird vielleicht auch mit den Gästen in euren Folgen.
00:03:30: Das würde mich mal interessieren.
00:03:31: Vielleicht fangen wir nochmal an... Den Gästn
00:03:33: weiß ich gar nicht!
00:03:34: Also ich glaube ich bin mir nicht sicher ob die ihre Position verändert haben aber auf jeden Fall bei denen Themen weil es gab ja kurz nach der Ukraine Krise Ich glaube das ist das berühmte Narrativ bis heute.
00:03:42: Ich habe überlegt welches gibt?
00:03:44: Das Heizungsgesetz.
00:03:45: Robert Habeck kommt vorbei und reißt die Gasheizung aus dem Keller heraus.
00:03:49: War das eine Reaktion auf die Energiekrise?
00:03:51: Ich glaube ja.
00:03:52: Ja,
00:03:52: er hat es deshalb vorgezogen.
00:03:54: Genau und seitdem dreht sich vieles um diese Themen und dann wurde auch eine Spur... Wie sagt man das?
00:04:02: Aggressiver in der Berichterstattung auch, in den öffentlichen Äußerungen weil dann ja dieses Grohl also die Energiepreise waren hoch Und alle haben sich gestritten über Heizen, über Gas, über Strompreise.
00:04:13: Also das hat sich auf jeden Fall deutlich verändert.
00:04:17: Dieses Heizungsgesetz kam eben auch die Geopolitik mit rein oder beziehungsweise durch die Ukraine-Krise eigentlich nicht.
00:04:24: Vorher haben wir mehr über teilweise auch verrückte Ideen gesprochen, was getan werden kann über Technologien.
00:04:31: Es war ein bisschen mehr umweltlastig wissenschaftlicher und es hat sich dann doch stark verändert in Richtung Geopolitickwirtschaft Energie, vor allem.
00:04:42: Unter wenigen?
00:04:42: Eins Komma Fünf Grad!
00:04:44: Genau.
00:04:45: und insofern da ist auf jeden Fall eine starke Veränderung wie über Klimaverichterstattungen auch gedacht wird und wie es in so einem Medienkonzernen auch platziert wird.
00:04:55: Was hat das mit euch gemacht?
00:04:55: Hat das mir Spaß gemacht ob einmal weil es aggressiv war und vielleicht auch irgendwo extremer wurde oder fandet ihr's eher schwierig?
00:05:02: also was hat das vielleicht auch mit euch?
00:05:05: Ich glaube, viele verschiedene Effekte.
00:05:07: Einerseits dieses Thema Relevanz... Also es gab natürlich eine Zeit im Sinne von Klimaschutz total relevant war durch die Fridays for Future Bewegung.
00:05:20: Es war jede Woche Thema und da hat auch niemand infrage gestellt warum wir das machen sondern es war eher so gut wir müssen eigentlich mehr dazu machen.
00:05:27: also da gab's in den Medien einen Bedürfnis glaube ich das stärker abzudecken und das Gefühl dass vielleicht nicht bisher nicht stark genug abgedeckt zu haben.
00:05:36: Das hat natürlich Spaß gemacht, weil man da so rein ging in einen, ich will nicht sagen Hype aber zumindest in eine allgemeine Stimmung.
00:05:42: lasst uns jetzt darüber reden wir können es angehen und es gibt Lösungen.
00:05:45: auch die Klimakonferenzen hatten eine ganz andere Bedeutung und diese Themen und danach wurde es halt deutlich ernster würde ich sagen im Sinne von jetzt musste man einerseits gucken hat Klima für sich als Wert an Sicht der Klimaschutz noch einen Stellenwert in dieser Gesellschaft oder rückt das komplett zurück?
00:06:03: und dann eben kann man es kombinieren, so wie ist ja auch die eine politische Seite immer wieder gerne erzählt.
00:06:08: Kann man das kombinierend mit Unabhängigkeit geopolitischen Fragen?
00:06:13: Oder muss man das jetzt eben zurückstellen?
00:06:15: Also dadurch ist es auf jeden Fall deutlich ernsterge- und aggressiver.
00:06:18: also mehr Spaß weiß ich nicht aber genau so wichtig!
00:06:22: Das war auch so ein Phase der finde.
00:06:24: Ich weiß nicht, ob Machtlosigkeit das richtige Wort ist.
00:06:28: Aber genauso wie während der Corona-Pandemie, da wurden schonungslos Fehler aufgezeigt bei der Gasversorgung mit Russland.
00:06:35: Bei der Corona Pandemie hat man ja gemerkt was bei der Digitalisierung zum Beispiel alles nicht klappt und dann wurde uns ... Wann war das?
00:06:42: ... von Putin mehr oder weniger aufgezeigt, dass wir bei der Energiewende alles falsch gemacht haben und es wurde eher, weil die Strompreise natürlich gestiegen sind.
00:06:52: Das hat sich denn immer so angefühlt jetzt wenn's wirklich schlimm wird und dann kann man sich so machtlos vor.
00:06:56: Und dann kam diese aggressive Stimmung dazu auch in der öffentlichen Berichterstattung, und dann doch Familien haben sich ja gestritten.
00:07:03: Man konnte nicht mehr sagen dass man die Energiewende oder Klimaschutz unterstützt ohne das man doof angeguckt wurde.
00:07:12: also das war irgendwie so ein ich weiß nicht so Momente Selbstfindungen vielleicht auch irgendwie wo man sich alle nochmal hinterfragt haben irgendwie Wo wollen wir eigentlich hin damit?
00:07:21: Wir haben uns ja auch total gefragt, ist das jetzt noch dass das unsere Zuhörer wollen oder wie müssen wir uns verändern?
00:07:28: Wobei wir dann eben festgestellt haben.
00:07:30: Das Thema Energiepolitik was ja total wichtig ist für das Thema Klimaschutz.
00:07:36: also wir sind ja bei dem Namen Klimalabortern auch geblieben von unserem Podcast dass das noch relevanter geworden ist.
00:07:42: Die
00:07:42: Abrufe waren damals in dem ersten halben, dreiviertel Jahr nie wieder so hoch wie damals.
00:07:50: Das war eine gigantische Abrufzeit.
00:07:51: Was generell ist ja immer schlecht für den Journalismus aber Krisenzeiten sind gute Zeiten für MTV muss man leider immer sagen.
00:07:59: also die Corona-Pandemie war in der guten Fall und die Energiekrise.
00:08:02: Die wirklich schwere Zeit war natürlich für die Abrufen und Klicks und Quoten auch immer super Aber ja, da hat man halt... Also es gab auf jeden Fall ein großes Interesse und dementsprechend unterschiedliche Meinungen.
00:08:13: Da sprichst du was Spannes an vielleicht noch einmal vorher angesetzt.
00:08:16: Du hast gerade gesagt in diesen Krisenmomenten wird auch oft Fehler aufbereitet.
00:08:21: Brauchen wir das?
00:08:21: Brauchen wie immer so eine Krise um dann auch medial aber eben überhaupt in der Gesellschaft über vielleicht auch Missstände zu wemeln?
00:08:28: In Deutschland
00:08:29: wäre meine kurze Knappe Antwort jetzt auf jeden fall Ja!
00:08:32: Ich glaube für Europa also ich glaub sonst funktioniert das immer nicht oder?
00:08:38: Ich will eigentlich anders denken und ein bisschen Vorsorge können wir schon auch, würde ich sagen im Endeffekt.
00:08:44: Wir hatten dann ja genug Gas auch im Winter also es kann schon gelingen.
00:08:48: Auch jetzt noch sind wir versorgt usw.
00:08:52: Also es gelingt schon immer wieder dann auch ad hoc glaube ich auf Präventivmaßnahmen irgendwie hinzukriegen.
00:08:58: Ich überlege gerade wer mir das gesagt hat Das war auch bei uns im Podcast wie sind sehr gut darin Lösungen für Krisen zu finden kurzfristig?
00:09:07: Tut dann leider immer weh, dass es tatsächlich erst die Krise gebraucht hat.
00:09:10: Ja
00:09:11: also ich fürchte auch ist das natürlich.
00:09:13: wenn ein System läuft und von dem viele Menschen profitieren Dann ist.
00:09:18: eine Veränderung bedeutet dann auch immer dass jemand was abgeben muss oder fast immer.
00:09:23: Es ist schwierig da reine win-win Situationen glaube ich zu schaffen Und dann muss häufig erst etwas passieren.
00:09:30: für dich Und trotzdem ja spannend, also auch gerade nochmal du hast es betont das Titel immer schärfer wurden.
00:09:36: Auch Bezeichnungen im Narrative die wir gewählt
00:09:39: haben
00:09:40: zum Beispiel.
00:09:42: Warum entscheiden wir uns medial vielleicht auch immer eher für diesen Weg statt zu sagen Wir gucken mal?
00:09:48: Man könnte auch sagen, in Schweden gibt es schon eine Lösung dafür.
00:09:51: Also wir gucken immer nach Europa, wo es vielleicht anders gut läuft und gehen auf Lösungen.
00:09:54: oder was könnte das Neue sein?
00:09:56: Was rauskommt statt drauf zu hauen, während der sogar fast schon so gerade eure genannte Phase ... Das hatte ja schon so Kriegsweibs diese Heizungstiktatur usw.
00:10:10: rausreißen als Trombombe
00:10:12: für unser Land.
00:10:12: Ganz
00:10:13: genau!
00:10:13: Es war ja total im Begriff des Angriffs.
00:10:18: Einfach ist das Clickbait oder warum Entscheidungen dafür?
00:10:20: Ich frage mich.
00:10:20: Ja, fast!
00:10:21: Also ich weiß nicht wie oft... Machen
00:10:22: wir
00:10:22: Clickbait?!
00:10:24: Ja natürlich ja die ehrliche Antwort.
00:10:25: Das
00:10:25: fangst du auch im Marketing.
00:10:26: also deswegen ist du da so leichtig...
00:10:27: Clickbait würde ich nichts sagen.
00:10:29: Ich weiß nicht, wie oft ich schon gefragt wurde, warum die Überschriften zugespitzt sind ob dass jetzt der Podcast ist oder Interviews oder andere Beiträge.
00:10:40: Warum macht ihr das nicht eine Spur konstruktiver entspannter Moderater?
00:10:45: und die eherlicher Antwort ist weil die Leute das dann nicht anklicken und nicht schauen.
00:10:50: Und ich weiß nicht, wie man dieses Problem umschiffen möchte... Das ist ja nun jetzt nicht die allerbeste Antwort aber NTV und RTL sind ja privat finanziert.
00:11:01: wir leben von Quoten.
00:11:02: Wir müssen Werbepartner finden und Werbe-Partner geben uns Geld wenn die Quote auch toll sind.
00:11:07: Auch wenn das Umfeld toll ist!
00:11:09: Aber es ist halt ... wir haben keine Rundfunk.
00:11:11: Wir haben keinen Rundfunktbeitrag
00:11:13: Wobei ich schon einen Unterschied machen würde zwischen zugespitzten Überschriften, die eben wichtig sind um die Leute überhaupt erst mal dazu zu bewegen den Artikel zu lesen.
00:11:21: Das ist dann natürlich immer die Frage wird es auch gelesen... Ist aber eine Platzfrage.
00:11:24: tatsächlich man hat eben auf dem Smartphone nur so und so viel Platz um ein Titel zu lesern.
00:11:29: Aber es gibt noch einen Unterschied zwischen also ist die Aussage trotzdem doch richtig und so gefallen oder wird sie eben komplett verzerrt?
00:11:36: Und das würde ich sagen da achten wir sehr stark darauf.
00:11:39: natürlich und dass würde ich aber sagen führt schon häufiger mal zu Problemen, dass die Aussagen dann
00:11:45: so
00:11:46: zumindest sehr bewusst missverständlich sind.
00:11:48: Genau
00:11:48: das ist glaube ich aber die absolute Maßgabe.
00:11:50: Man kann verkürzen und auch mal zwei Sätze zusammenziehen wenn man jetzt nun Einblick in den Redaktionsalltag von uns haben möchte.
00:11:57: Aber absolute Maßgebe ist, dass der Sinn der Aussage nicht entsteht wird.
00:12:02: Messen kann man das messens ganz gut daran, ob jetzt der Artikel eigentlich die Überschrift nur wieder legt.
00:12:07: Dann ist was mit der Überschaft falsch.
00:12:08: also es passiert auch mal mal wieder dass man eine krasse Überscript liest.
00:12:12: Wir hatten uns jetzt gerade wieder mit den Klimaszenarien da war das wieder relativ auffällig so schlimmste Klimakrise abgesagt, schlimmstes Szenario wird revidiert oder vom Tisch genommen und der ganze Artikel Erklärte aber eigentlich, dass das ein Szenario war was eben darauf fußte.
00:12:28: Dass es keine erneuerbaren Energien gibt und dass die Szenarien immer noch schlimm sind.
00:12:32: Das sieht man ja auch in anderen Bereichen wenn man an die Proteste oder Demonstrationen von Fridays for Future denkt.
00:12:38: welches Bild sieht man da immer auf den Fotos ist?
00:12:40: Es ist die brennende Erde weil ohne diese brennen der Erde das offensichtlich nicht ankommt.
00:12:46: ich kenn's auch aus dem Fußballstadion Die Auseinandersetzung zwischen den Fans, speziell den Ultras und den Vereinen und der Liga.
00:12:54: Wann wird auf die Ultras gehört?
00:12:56: Wann wurde mit denen gesprochen?
00:12:57: immer dann wenn sie dafür sorgen dass die Spiele unterbrochen werden vorher einfach wenn es um den Austausch geht.
00:13:03: Ja, vielen Dank für den Beitrag interessiert uns nicht.
00:13:06: Es spannen
00:13:07: zumindest die Aktivierung, weil ich würde jetzt zum Beispiel aus der Psychologie als Psychologin sagen eigentlich ein Horrorszenario dass wir immer mit dem Schreckensbild kommen aber eigentlich nicht in die Lösung transformieren und sagen wie sieht denn das gute Neue aus?
00:13:21: Dadurch ist eigentlich eine Aktivierungen in wirklich Verhaltensveränderung ganz schwierig und das erleben wir also.
00:13:26: das wäre auch ne Frage die ich habe beim Thema Klima oder jetzt auch vor allem beim Thema Energie, wo ich ja auch viel mit beschäftigt.
00:13:33: Verwirren wir die Menschen nicht eigentlich nur noch?
00:13:36: Also blickt überhaupt noch einer sachlich informativ recht durch?
00:13:39: Sehr
00:13:39: gute Frage!
00:13:39: Wir
00:13:39: haben vorhin darüber gesprochen gerade wieder im Zusammenhang mit Katharina Reiche und Netzpaket- und Einspeisevergütung.
00:13:45: Und was war das Vertrauensschutz bei den Batteriespeichern der jetzt doch wieder da?
00:13:50: Ja also ehrlicher Antwort auch in der Stelle.
00:13:52: Ich glaube ja weil zu viele Dinge gleichzeitig passieren, weil es auch glaub' ich für die Leute schwer zu begreifen ist.
00:13:59: Wovon hängt die Energie, wenn sie jetzt noch einmal vom Netzpaket Einspeisevergütter oder erneuerbare Energien gesetzt?
00:14:05: Wo steht der Redispatch-Vorbehalt mit drin alles in Fachbegriffe?
00:14:09: Die Verwirrung kommt natürlich auch stark daher dass es politisch so große Umbrüche gibt.
00:14:14: also das ist ja genau das was uns erreicht.
00:14:17: die richtig ständige Richtungsänderungen führt natürlich dazu, dass man ein bisschen schnell orientierungslos werden kann und eigentlich sehr viel lesen müsste.
00:14:27: Ich würde sagen das Angebot an journalistischen Produkten die versuchen zu erklären einzuordnen aufzuarbeiten grafisch ist extrem groß.
00:14:36: also es alles.
00:14:37: da würde ich sagen wir haben
00:14:38: von darüber gesprochen.
00:14:39: eigentlich misst man glaube ich nur zur energie wenn die jeden tag drei oder vier gut recherchierte artikel machen um alles abbilden zu können.
00:14:45: Aber das kann natürlich niemand in seiner Freizeit irgendwie konsumieren.
00:14:49: Also es sei denn dann beschäftigt sich nur damit... Das kann man auch
00:14:51: in der Redaktion nicht leisten, glaube ich.
00:14:53: Genau!
00:14:53: Es gibt keine Nachfrage danach, die jeden Tag nur das konsumiert.
00:14:59: Also zumindest nicht in der Phase, in einer Krisenphase gab es eben die Nachfrage danach.
00:15:03: Da wollte man ja auch jeden Tag wissen wie sind jetzt die Gasspeicher gefüllt?
00:15:07: Dann gab's eine Zeit wo man jeden Tag wissen wollte wie läuft jetzt... Wie verläuft die Front in der Ukraine oder wie genau sind die Zahlen bei Corona?
00:15:13: also ich glaube das kann man immer nur über einen kurzen Zeitraum aushalten oder da sozusagen up to date bleiben.
00:15:20: und danach muss man ja ein bisschen darauf vertrauen dass politische Institutionen würde ich da schon sagen die Leitplanken vor geben und die Schlüsse ziehen und weiterarbeiten.
00:15:30: Und uns, der Journalismus oder in den entscheidenden Momenten wo eben Weichen gestellt werden wieder informiert.
00:15:36: Das passiert inzwischen so häufig dass ich verstehen kann das die Leute gar nicht mehr hinhören sozusagen im Moment.
00:15:43: Das Informationsangebot in den vergangenen Jahren auch alles andere als kleiner geworden ist.
00:15:47: wenn man sich überlegt mit es alleine TikTok irgendwie wie viel Content dort jeden Tag ausgespielt und vorbereitet wird YouTube Alles was es dort gibt dann alle Podcast-Plattform.
00:15:57: Es wird einfach so viel, wo man sich herumtreiben und mit beschäftigen kann.
00:16:02: Das ist glaube ich einfach für den normalen Menschen nicht zu stemmen wenn man sich überlegt das früher Informationen einmal abends Tagesschau gucken war.
00:16:10: Ich würde schon auch sagen dass es auch gezielte Desse und Missinformation gerade zu dem Thema Klimaschutz und Energiewende gibt gibt es auch diverse Studien zu, jetzt gerade wieder aktuell auch.
00:16:22: Dass das schon immer rund um Wahlen und eben rund um wichtige Entscheidungen schon sehr auffällig ist welche falsche Informationen dann umlaufgebracht werden teilweise absichtlich, teilweise vielleicht unabsichtlich.
00:16:35: Das mag ich nicht immer einzuordnen aber es führt natürlich auch dazu dass da nochmal was reinkommt und ich habe schon den Eindruck dass wir auch immer wieder eigentlich aufräumen, also gerade in der Heizungsdebatte.
00:16:46: Gerade in diesen Fernsehbeiträgen wo es ja nur einen kurzen Überblick über die Nachrichten eigentlich gibt war ganz viel immer nur sagen Nein!
00:16:53: Die Heizungen werden nicht rausgerissen sie müssen nicht unmittelbar aktiv werden.
00:16:58: Also es fühlte sich eigentlich an wie ein ständiges Aufarbeiten von so vielen Gerüchten, die im Umlauf waren.
00:17:05: Das ist aber trotzdem
00:17:07: Ein Tropfen auf den heißen Stein wenn man überlegt ich glaube unsere aller Unsere Folgen und Interviews, die am allerbesten gehört und gelesen wurden, hatten so ein bisschen mehr als eine Million Abrufe.
00:17:18: Dann also natürlich dann vor allem die Texte und sowas alles.
00:17:20: Und das sind aber eben dreiundachtzig Millionen Menschen in Deutschland, die das nicht gesehen oder wahrgenommen haben.
00:17:26: Also da ist immer noch... Ein Aufruf!
00:17:29: Ja genau.
00:17:31: Alle unter
00:17:31: Podcast hören auf jeden Fall.
00:17:32: Wir brauchen noch dreiundachzig Millionen Hörer und Leserin.
00:17:35: Wenn Sie alle folgenden Vergangenen fünf Jahre hören, sind sie bestens informiert.
00:17:39: Genau, aber das zeigt glaube ich.
00:17:41: Also das ist auch eine spannende Frage, wo informieren sich Menschen eigentlich?
00:17:44: Ja ja.
00:17:45: Wo
00:17:45: informiert euch denn eigentlich so?
00:17:48: Auf dem Smartphone sage ich jetzt einfach mal auf.
00:17:51: Da hat man ja alle Informationsquellen seiner Wahl zur Hand.
00:17:55: Ich kann das gar nicht eingrenzen.
00:17:57: Das reicht von Reddit und YouTube über ... NTV und Tagespiegel hier für Berlin, RBB.
00:18:08: Ich bin ein großer Fan aber auch für das Internationale von Bloomberg oder Wall Street Journal irgendwie.
00:18:14: Diverse Newsletter!
00:18:15: Weil wir haben natürlich auch das Privileg dass wir beruflich quasi jeden tag diverse Nachrichten-Seiten scannen und lesen und alles im Blick behalten.
00:18:23: Und natürlich informieren wir uns ja auch
00:18:25: unmittelbar.
00:18:26: Ja am besten können wir mit den jeweiligen Quellen sprechen also Ich jetzt insbesondere, weil ich bei uns auch an der Politik-Redaktion bin.
00:18:34: Im direkten Austausch mit Politikern sehr viel und dann immer wieder mit Unternehmen kann es heißen dass man SMS schreibt.
00:18:42: Entschuldigen Sie bitte, wie war denn das gemeint?
00:18:43: Oder verstehe ich den Gesetzentwurf richtig.
00:18:48: So entsetzt ist man manchmal oder man telefoniert.
00:18:50: also Ich finde das sind immer noch die besten Informationsquellen wenn es dann um unsere Arbeit geht.
00:18:54: aber Den klassischen Überblick da sind wir auch ganz normal Konsumenten habe ich auch über mein Smartphone diverse Nachrichten Apps.
00:19:01: Ich schaue auch noch Fernsehen und Radio Also alles.
00:19:04: Das schließt
00:19:04: das Smartphone ja lustigerweise eigentlich mit ein, ne?
00:19:07: Das ist ja der spannende und kann es auf dem Smartphone alles machen.
00:19:09: Ihr
00:19:09: habt vorhin auch etwas einmal Tiktok genannt.
00:19:12: wie seht ihr vielleicht auch eure Rolle und Verantwortung gerade im Vergleich zu den immer größeren oder größer werdenden ja auch Personal Brands die immer so immer nett sagen wir arbeiten nicht journalistisch oder sind keine Journalisten aber eigentlich trotzdem auch
00:19:26: reden trotzdem über alles
00:19:27: absolut über alles reden und auch Plattform bieten für Dinge, die man vielleicht einordnen sollte.
00:19:33: Wie seht ihr diese Dynamik?
00:19:35: Wirklich jetzt auch als Privatpersonen...
00:19:37: Also für die Zuverlässigkeit der Informationen ist es wahrscheinlich nicht hilfreich aber gut am Ende muss man halt mit guten Angeboten gegenhalten.
00:19:46: Das ist das eine.
00:19:47: ich glaube man muss halt irgendwie.
00:19:50: erstens glaube ich einen sehr bitterer Hinweis wenn mir von gesagt braucht immer erstmal ne Krise bevor man was ändert daran dass auch die Arbeit in vielen vielen Medienhäusern glaube ich echt ein bisschen paar Veränderungen nicht rechtzeitig angegangen ist, um es mal diplomatisch auszudrücken und nicht rechtzeitig erkannt hat was sich das Publikum eigentlich wünscht.
00:20:12: Und trotzdem würde ich schon auch immer wieder sagen Das ist ja auch eines der Dinge die uns total unter Druck setzt wenn's um Zuspitzung geht und um da die Themen so zu setzen.
00:20:23: aber man darf eben die vergessen.
00:20:24: bei unsere Seite eine Unterschied Auch innerhalb der Medienhäuser werden ja jetzt Personenmarken stärker ausgebaut.
00:20:30: Das ist auch eine Strategie, die viele da fahren – das ist auch grundsätzlich in Ordnung.
00:20:35: aber der Großunterschied ist halt eine Redaktion dahinter mit der man auch täglich ... gegencheckt, wo verschiedene Meinungen vertreten sind.
00:20:42: Also bei jedem Thema das sich angehe muss ich entweder Christian überzeugen und wir sind überhaupt nicht immer einig es wäre ja auch schade und dann gibt's noch eine Redaktion wo sehr viele unterschiedliche Meinungen vertreten sind und dass ist eben der große Unterschied wenn.
00:20:58: Ich
00:20:59: kann da jetzt gar nicht über einzelne Beispiele widersprechen, aber es gibt eben bestimmte Personal Brands die das einfach ganz alleine entscheiden.
00:21:04: Die haben vielleicht auch ein Team im Hintergrund was aber nicht wirklich dazu darf zu sagen dass ist doch inhaltlich quatsch oder sehe ich ganz anders sondern das dann eigentlich ne Überleg wie setzen wir's denn?
00:21:13: um, also das sind Mitarbeitende und keine redaktionellen Kollegen.
00:21:17: Und ich glaube, dass es echt ein wichtiger Unterschied
00:21:19: ist.
00:21:20: für mich noch mal ein schönes Bild was du nochmal zeichnet erklärst eben auch diese Vielfalt- und Perspektiven des Challenges in den Bereichen dann... Was aber
00:21:28: nicht heißen soll?
00:21:29: Also das Nicht heissen soll, dass ist keine guten Personal
00:21:33: Brands
00:21:35: oder so.
00:21:36: Interessiere mich in meiner Freizeit sehr zum Beispiel für die Börse und das sind fast alles, glaube ich.
00:21:40: Also außer... Wir machen wahnsinnig viel dazu bei NTV.
00:21:44: aber ich muss z.B.
00:21:45: an... Ich weiß Ihren Nachnamen leider nicht an die Lisa von Aktiengramm denken, die da glaube ich einen wahnsinnigen Erfolg reichen und richtig guten Job macht und erklärt wie man mit Anlage fürs Alter vorsorgen kann oder auch so Finanzfluss und solche Angebote?
00:22:00: Ja gut es gab ja schon immer freie Journalisten.
00:22:02: also man muss nicht immer irgendwo angestellt sein um das leisten zu können.
00:22:07: Es gibt nur diese Entwicklung.
00:22:09: tendenziell, glaube ich muss man halt beobachten entwickeln sich dann da auch redaktionelle Standards.
00:22:13: Das ist schon ein Handwerk was man lernt das würde ich ja glaub ich nicht vergessen.
00:22:16: aber ja das ist eine Erinnerung daran dass wir dieses Handwerk vielleicht auch wieder mehr schärfen müssen und besser anwenden müssen
00:22:23: um sicher abzugrenzen.
00:22:25: Wir hatten vorhin noch mal zurück zu kommen ja auch das Thema euer Podcast und die Aggressivität und so bisschen der Ton der Geschmack der sich schon verändert hat auf die Narrative.
00:22:35: Wer formt denn diese Narrative?
00:22:37: Also jetzt waren dann wir ja, würde ich mal gerade so als Thesen Raum stellen wieder zu anderen.
00:22:42: Könnte ja gleich auch nochmal sagen wie ihr darauf guckt.
00:22:44: aber wer prägt vor allem diese Narrotive?
00:22:47: Möchtest du oder?
00:22:49: Ja irgendwie wir alle gemeinsam wäre jetzt ein bisschen die... Ich will mich nicht rausreden nein aber es ist schon ein Gegenspiel.
00:22:59: Ich würde es auch in einem Gegenspiel nennen oder manchmal spielt man auch miteinander zwischen Politik und Medien, aber auch zwischen Wirtschaft und Medien.
00:23:08: Also ich will da nicht immer nur die Politik, sie ist ja nicht der einzige öffentliche Player in einer Gesellschaft das gilt auch für NGOs oder große Verbände.
00:23:18: Die sind auf jeden Fall auch Treiber von bestimmten Narrativen.
00:23:23: Und am Ende ist immer die Frage wer sich dann durchsetzt.
00:23:28: Ich inzwischen, früher hätte man wirklich gesagt okay die Medien oder klassische Medienhäuser sind da der Gatekeeper und es gibt noch eine Art von Nadelöhr wo das Ganze durch muss.
00:23:40: Man muss eben diese Redaktion überzeugen.
00:23:42: ist das jetzt relevant?
00:23:44: dann ist natürlich auch gibt's immer einen starken Effekt.
00:23:46: wenn eine große Zeitung oder ein großes Medium anfängt, dann ist natürlich schon so dass die anderen auch aufspringen.
00:23:53: Also da gibt es schnell einen Spiral.
00:23:55: das ist auch eine wichtige Währung in dieser Medienindustrie.
00:23:59: wie oft wird man zitiert?
00:24:01: Wie oft wird das Ganze nochmal aufgegriffen weil das irgendwie die Relevanz widerspiegeln soll.
00:24:06: Aber das ist ja eigentlich heutzutage weg.
00:24:09: Wir sitzen gerade in einem Podcast
00:24:11: von einem Privatunternehmen,
00:24:12: und wir brauchen uns aber auch nichts
00:24:14: vorzumachen.
00:24:14: Überall verfügbar sein wird vermute ich.
00:24:20: Es ist ja auch inzwischen sagen wir alle die Algorithmen, aber natürlich spielt es eine große Rolle.
00:24:24: Was läuft online?
00:24:25: Auch wir richten inzwischen teilweise Themen danach aus was funktioniert denn auf den Social Media Inhalten?
00:24:31: Was funktioniert auf unserer Website, was funktioniert auf YouTube?
00:24:34: also Wir machen uns auch teilweise von anderen Unternehmen dann abhängig und von deren Ordnung was sie für wie relevant halten.
00:24:42: Ich glaube beim Kern hat sich gar nicht bei der themauswahl zum Beispiel hat sich im vergleich zuvor zehn fünf zehn zwanzig Jahren aber letztlich doch nicht so viel verändert, weil ich glaube das gut gemachter Journalismus und ich glaube dafür ist NTV tatsächlich ein Beispiel.
00:25:00: Dass es ankommt also wir... Das hat angefangen mit der Corona-Pandemie eben auch weil viele Medien ihre Inhalte hinter einer Paywall... Ich sage jetzt einfach mal verstecken!
00:25:10: Das ist gut für uns, das ist gut die ARD, gut fürs ZDF, gut für Ja, weil die Leute, wenn sie kein Geld bezahlen wollten war klar gerade.
00:25:22: Ich sehe es glaube ich nur ein bisschen pessimistischer was ungewöhnlich ist kleiner Rollentausch hier.
00:25:29: aber dass dadurch natürlich auch das Geschäftsmodell Journalismus massiv unter Druck steht weil die Zahlungsbereitschaft eben extrem zurückgegangen ist.
00:25:39: Klar, Werbe bei Cetadolismus funktioniert noch an der einen oder anderen Stelle.
00:25:42: Es wird aber immer schwieriger.
00:25:44: gerade für die großen Medienhäuser also gerade für RTLs ist halt dann auch so NTV funktioniert gut.
00:25:53: Für RTL ist das schon eine Schwierigkeit dass der Werbemarkt sich so stark verändert und dass sich die Aufmerksamkeit auf so viel mehr Kanäle eben verteilt.
00:26:02: Also da muss man schon... Aber
00:26:04: was ich eigentlich sagen wollte ist ich glaube also man merkt bei uns gut gemachter Journalismus, gut gemachte Geschichten kommen an.
00:26:12: Die Leute garnieren oder segnen das tatsächlich mit abrufen ab.
00:26:17: wenn der Geschichte gut recherchiert und gut erzählt ist.
00:26:19: Und einfach tatsächlich das darstellt was passiert es so.
00:26:24: Das merken wir schon auch.
00:26:25: Was hättet ihr euch denn für ein Narrativ eigentlich mal gewünscht fürs ganze Thema Klimainergiewende?
00:26:31: Ich hatte mir ja tatsächlich... Wir haben gestern aber gesprochen.
00:26:33: ich hatte mir so'n paar Narrative rausgesucht, die es aktuell gibt.
00:26:37: Und da ist ja das Heizungsgesetz zum Beispiel.
00:26:40: Da gibt's dann auch immer dieses Narrativ dass jetzt in Teilen von gewissen Teilen Politik Wirtschaft oder Gesellschaft gestreut wird, dass ohne Atomenergie geht es nicht mit der Energiewende.
00:26:50: Die wird scheitern wenn wir nicht neue Atomkraftwerke bauen.
00:26:53: und dann so andere Narrative wird das ja so flatter Strom.
00:26:56: und das mir aufgefallen bei allen Narrativen die eher ein bisschen negativ sind.
00:27:01: Es gibt wenig positive Narrative zur Energiewende.
00:27:05: Ich würde mir zum Beispiel wünschen, so ein Narrativ wer auch immer sich das schnappen möchte ihr dürft gerne alle haben dass wir die erste grüne Industrienation der Welt werden irgendwie und Geld verdienen damit dass wir alles bauen was man für die Energiewinde und alles andere was im Bereich grüner Technologien und sonst was dazu gehört hunderttausende Arbeitsplätze schaffen, das fehlt mir komplett irgendwie in den öffentlichen.
00:27:28: Das haben wir ja auch mit Roland Berger genau so mal analysiert für die Chance, die da drin steckt und nicht immer nur andersrum zu gucken.
00:27:34: Da sollte jetzt zum Beispiel auch einer Wirtschaftsministerin Spaß machen sowas zu lesen oder
00:27:38: etwas
00:27:38: vorzustellen aber dann hört man ja auch wenig aus dem Bereich.
00:27:41: Ich finde es gerade aus politischer Sicht kann mir das auch niemand aus der Union und ich habe schon einige gefragt, erklären warum sie ein Projekt dass die selbst mal angestoßen haben nämlich die Energiewende.
00:27:53: Das muss man ihnen ja eigentlich auch anrechnen.
00:27:55: Total!
00:27:56: Jetzt so zerreden würde ich schon sagen.
00:27:59: Ich meine die sagen natürlich, naja das tun wir doch gar nicht.
00:28:01: Wir wollen ja die Energievende aber Sie schaffen es eben immer wieder auch in diesen Skeptikern eben Futter zu geben und am Ende da immer wieder Narrative zu bedienen, die da lauten Die Energiewende ist der Grund für unsere wirtschaftliche Misere im Moment.
00:28:18: Also das ist ja wirklich eine Erzählung, die sich wacker hält.
00:28:20: ich würde auch schon sagen sei also nicht nur die Energiewinde sondern Klimaschutz.
00:28:24: es wird ja dann noch immer unmittelbar miteinander verknüpft.
00:28:26: Ich glaube da ist jetzt gerade der Versuch...
00:28:27: Für mich ist mehr tatsächlich häufig beides ein und dasselbe.
00:28:31: für mich weil ja Klimaschutz in vielen Fällen aus Energiewinder besteht oder Kohlenstrom.
00:28:35: aber
00:28:37: Ich finde, man kann das schon noch echt trennen.
00:28:39: Weil im Moment ist ja auch der Versuch da zu sagen Energiewende ist eigentlich auch einfach Geopolitik und Unabhängigkeit und wirtschaftlich geboten.
00:28:48: Das muss man auch sagen hat sich ja verändert in den letzten zwanzig Jahren.
00:28:51: Das hätte man vielleicht vor zwanziger Jahren auch in der Form noch nicht gedacht wie offensichtlich es sein würde.
00:28:57: aber also man hat eigentlich diese beiden Erzählstränge.
00:29:03: Jetzt ist das in so einer Verkettung, wird immer wieder gesagt wegen des Klimaschutzes.
00:29:06: Haben wir die Energiewende gemacht und der Energiewinde ist schuld dass jetzt die Industrie nicht hinterher kommt?
00:29:11: Ich finde es schon interessant wie wenig man die Industriauch selbst in die Verantwortung nimmt.
00:29:17: also die Herausforderungen sind groß.
00:29:19: ich will das auch gar nicht klein reden aber aus der Perspektive jemanden der das einfach beobachtet ist es schon erstaunlich dass Unternehmen alle fünf Jahre sagen ach nee Wir brauchen doch noch eine Fristverlängerung, wir brauchen doch nur fünf Jahre.
00:29:34: Es hat klar, dann wurden vielleicht nicht die richtigen Leitplanken gesetzt und so weiter aber dass es da mal ein Zusammenhalt gibt gerade auch aus der Wirtschaft das würde ich mir wünschen wenn du gefragt hättest.
00:29:43: Weil sie auch
00:29:44: hilft, wenn man tatsächlich einfach... Ich glaube niemand weiß wo wir als Land gerade hin steuern.
00:29:50: irgendwie wie sieht die?
00:29:51: Wie soll Deutschland, wie soll Europa, zwei tausendfünfzig oder zweitausend einen Hundert aussehen?
00:29:55: Und es würde einfach helfen wenn man einen Ziel hätte an dem man sich orientieren kann.
00:30:01: Wir werden mal ein paar Schritte nach links, ein paar Schritt nach rechts machen.
00:30:04: Wir müssen vielleicht auch einmal eine oder zwei Schritte zurückmachen aber das ist unser Ziel und das wollen wir erreichen.
00:30:09: Es passiert ja vieles ich kann mich daran erinnern vom Bundesverband Wind Energie Offshore.
00:30:15: also die bauen die Offshore-Windparks Die wollen glaube ich bis zwei tausend vierzig, einhundert zwanzigtausend neue Jobs in Deutschland schaffen und halt vor allem im Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg die bekanntlich keine Küste haben.
00:30:28: Also wo entstehen da die Jobs?
00:30:30: Und das sind halt Jobs einfach beim Bau der Windkraftanlagen weil NRW ist die Stahlindustrie und in Baden Württembergs sind glaube ich Autozulieferer E-Mobilität jetzt weniger mit Autos zu tun haben, aber zum Beispiel Getriebe oder Bauteile für Windkraftanlagen bauen können.
00:30:46: Würdet ihr sagen dass dieses Zukunftsbild das große Ganze uns vielleicht auch wieder mehr verbinden würde statt du hast gerade auch eine spannende Aussage gesagt Es ging die Parteien machen auch vieles wieder einfach nur so um Du hast gesagt um die Skeptiker um ihnen auch etwas zu geben also eigentlich wieder um Wela zu kriegen Also irgendwas zu sagen was der breit man also Oder auch Algorithmen haben wir grade gesagt.
00:31:04: also gefühlt tun wir immermehr damit wir gerade eine Masse erreichen oder eine Zustimmung bekommen.
00:31:10: Würde uns ein großes ganze Zukunftsbild vielleicht, ist das für ein Weg vielleicht?
00:31:15: Uns wieder verbinden statt dass alle versuchen irgendwas bei sich zu halten?
00:31:18: Also mir hat ja Anfang Januar der Chef und Gründer von Octopus Energy.
00:31:23: Greg Jackson erzählt, dass man manchmal in Europa sieht es ja aus Wir machen Energiewände so als würde man wollen, dass sie scheitert.
00:31:29: Und wenn man sich dann anschaut wie das Start machen die etwas autokratische Tendenzen haben.
00:31:35: Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emiraten oder eben das Paradebeispiel China, dass dort vieles besser funktioniert.
00:31:41: Zumindest in dem Bereich und da sind ja... Die Wahlen sind ein...
00:31:47: Also selbst eines Ja.
00:31:50: auch da würde ich sagen Ich glaube ohne und ohne das demokratische Prinzip hätte es die Energiewende noch deutlich schwieriger in Deutschland, da bin ich mir relativ sicher unter Klimaschutz.
00:32:01: Weil wir ja sehen müssen dass die Länder, die das jetzt machen oder insbesondere angetrieben von China der ganz andere Voraussetzung haben.
00:32:07: Ich finde auch das darf man nicht komplett negieren.
00:32:09: natürlich China kann die gesamte Lieferkette abbilden.
00:32:12: hat sich dadurch wirklich?
00:32:13: sie die machen das sehr vor allem eben auch aus geopolitischen Gründen Auch weil ihnen vor Ort die Leute echt aufs Dach gesprungen sind, weil sie sagten wir der Smog war so schlimm.
00:32:24: Also ich war am Abstand von zehn Jahren, zweitausend, fünfzehn und zwei tausendfünfundzwanzig in China und hab es kaum wieder erkannt.
00:32:31: So sauber war dann die Luft und so angemäht.
00:32:33: Auch ein auch schönes
00:32:33: Narrativ für Deutschland irgendwie
00:32:35: saubere
00:32:36: lernfreie Innenstädte.
00:32:37: Ja
00:32:38: aber trotzdem würde ich sagen in Deutschland ist das etwas was eigentlich aus einem demokratischen Prinzip heraus angetrieben wurde durch Umweltbewegungen, durch immer größeren Druck auch auf diesem Thema Klimaschutz.
00:32:50: durch technologische Fortschritte, die ja auch aus Deutschland kamen.
00:32:54: Wenn wir an die Solarindustrie denken und ich glaube dafür ist die Demokratie nach wie vor eigentlich der effizienteste Weg, auch wenn wir das gerne im Moment so ein bisschen...
00:33:02: Ab und zu aber schon schön!
00:33:03: Wenn jede Regierung das was die andere Regierung gemacht hat probiert zurück abzuwickeln um dann fangen wieder von vorne angefühlt.
00:33:11: Da sehe ich die einzelnen Politiker natürlich in der Veranstaltung.
00:33:13: Die Demokratie lebt auch davon dass alle sich ihrer Verantwortung bewusst sind.
00:33:17: Und da würde ich aber nicht nur die Politiker, sondern eben auch Unternehmen.
00:33:20: und die Wirtschaft wird ja genau wie die Medien immer gerne so alles in einen Topf geworfen.
00:33:25: Auch die Politik, auch da will ich immer sagen muss man sonst ein bisschen unterscheiden.
00:33:28: Aber mir fehlen eben genau die Geschichten von Unternehmern, die sagen moment mal Deutschland ist immer noch ein sehr guter Standort um hier zu gründen.
00:33:36: aus denen und den Gründen Ich mein Unternehmen wäre niemals so groß und erfolgreich geworden, wenn ich es nicht in Deutschland gemacht hätte.
00:33:44: Es gibt hier nach wie vor eine Infrastruktur die gut ist im internationalen Vergleich Und wir haben hier Bedingungen.
00:33:52: Wir kriegen Förderung, wir kriegen Subvention.
00:33:55: Also es gibt ja einen unheimlichen Druck auch das Politiker ständig die Richtung wechseln der auch aus der Wirtschaft kommt.
00:34:02: Das finde ich schon erstaunlich.
00:34:04: Von da würde ich mir schon, ich gab jetzt heute so die ersten Anzeichen wo sich glaube ich mal ein paar Unionspolitiker beschwerten.
00:34:12: Dass die Unternehmen alles schlecht reden ist immer lustig wenn das aus der Union kommt.
00:34:15: Die bis vor kurzem das noch selber gemacht hat.
00:34:17: Ich hoffe
00:34:18: dass wir das Thema noch zeitnah umsetzen können.
00:34:20: aber das ist ja auch wieder so ein Narrativ die Deindustrialisierung von Deutschland.
00:34:25: Wo man wenn man glaub ich aufmerksam an unterschiedlichsten Stellen mitliest und mithört So schlecht sieht es gar nicht aus.
00:34:34: und das ist auch keine Demonstralisierung, sondern das ist eine Neuaufstellung eben weil die Arbeit im selben Betrieb in zehn Jahren anders aushin wird als das was man in den vergangenen zehn Jahren gemacht hat.
00:34:44: Aber trotzdem gibt's da viele Dinge die glaube ich sich zumindest in die richtige Richtung entwickeln könnten sag' ich jetzt mal ganz vorsichtig.
00:34:52: Ich würde auch dann mal aufgreifen weil du grad schon gesagt hast positive oder irgendwie so eine Positivität mal von Unternehmerstimmen wünschen.
00:34:59: Vielleicht auch die Frage, jetzt wickelt sich ja ein bisschen zur vielleicht auch alten fossilen Energie-Lobby eine neue, das müssen wir gar nicht Lobby nennen aber zumindest mit New Energy gehen wir doch geschlossen.
00:35:10: auch es gibt ne New Energy Alliance voran.
00:35:13: was wünscht ihr euch vielleicht auch von Unternehmen wie uns?
00:35:16: Was wir stärker einbringen können, also machen wir kommunikativ schon einen guten Job.
00:35:22: Das erste was mir sofort einfällt ist dass es ungefähr siebzehn unterschiedliche Verbände für die Windenergie gibt zum Beispiel und ich immer verwirrt bin okay wer spricht da eigentlich gerade für wen?
00:35:32: Also das haben Sie tatsächlich wo die Autolobby und die Gas Lobby glaube ich mit einer Stimme sprechen.
00:35:38: Ich weiß nicht ob es daran liegt dass die Branche noch vergleichsweise jung ist der neuen Energiewirtschaft nenne ich jetzt mal So nenne ich sie jetzt mal, aber dass man sich dort untereinander anscheinend auch nicht einig ist in welche Richtung es gehen soll.
00:35:50: Also das wäre wahrscheinlich sinnvoll.
00:35:53: Ja sehr guter Punkt.
00:35:54: also so ein bisschen so who do I call when i call Europe?
00:35:58: Wen rufe ich an wenn ich mit den Erneuerbaren sprechen möchte?
00:36:01: Es gibt zwar diverse Verbänder was sind ein paar zu viele?
00:36:04: und da fehlen auch so ein bischen die Persönlichkeiten glaube ich Das ist gar nicht gemeint, dass da die einzelnen Personen nicht gut sind.
00:36:12: Sondern das man ja auch so ein bisschen was aufbauen muss weil in der Logik, in der wir leben eine Personifizierung schon immer sehr gut funktioniert für Medien wenn irgendwann ein Gesicht für irgendwas steht dann hilft das sehr auch für die Aufmerksamkeit der Menschen und dann vielleicht nur noch um das nochmal zu spezifizieren.
00:36:31: also ich glaube wirklich dass auch Unternehmen auch das was uns ja mal gesagt wird sich nicht nur dann melden sollen wenn es gerade schief läuft, sondern versuchen auch zu sagen okay diese Regelung hat uns wirklich jetzt massiv geholfen.
00:36:44: Das macht unser Geschäftsmodell sehr viel attraktiver oder eröffnet neue Geschäfts-Modelle und das ist glaube ich so die Schwierigkeit, die wir aber auch selber kennen weil wenn alles gut läuft no news is good news.
00:36:54: also dann warum sollte ich mich dazu äußern sozusagen?
00:36:57: Aber das ist vielleicht etwas was wir insgesamt lernen
00:37:01: sollten.
00:37:01: Das ist notiert!
00:37:03: Das nehme ich mit einen wirklich guten Aspekt.
00:37:06: Persönlichkeit oder Person auch sagst, nur mal vielleicht so ein bisschen Kettzursch die Frage rein.
00:37:09: Wann sehen wir denn Frau Reichreich in eurem Podcast?
00:37:12: Das ist eine gute Frage!
00:37:13: Offizielle Einladung an dieser Stelle nochmal eingebracht.
00:37:16: Sie ist immer herzig.
00:37:17: Ich würde mich
00:37:17: auch freuen.
00:37:18: also so es nicht.
00:37:20: Bisher kommen wir da nicht so gut durch.
00:37:23: Sie ist sehr, wie sagt man?
00:37:25: So schön picky bei den Auftritten die sie öffentlich macht glaube ich aber...
00:37:31: Das glaube ich ja.
00:37:32: Vielen hat mir das einmal gefallen, dass Thema auch Verantwortung übernehmen gerade auch beim Thema Politiker.
00:37:37: was würdet ihr sagen?
00:37:38: es eure Verantwortung die jetzt Journalisten übernimmt und vielleicht auch wie verändert sich das Ganze?
00:37:44: verändert sich die Rolle oder die Art der Verantwortung die übernehmt mit rückblickend wenn er
00:37:49: Ich würde nach wie vor sagen, eine sehr komplizierte Welt möglichst gut erklären.
00:37:57: So aufrichtig... so aufrichtigt wie es geht ohne mit dem Wissen dass man Fehler macht.
00:38:06: also ich glaube viel mehr habe ich mir jetzt persönlich nicht vorgenommen.
00:38:10: Also Orientierung geben?
00:38:11: Ich würde schon auch sagen da wo offensichtliche Missstände sind oder nicht nur offensichtlich, sondern auch die, die eben nicht auf den ersten Blick sichtbar sind.
00:38:21: Es ist schon noch unser Job genau hinzuschauen und diese Dinge zu sehen und die Lücken zu sehen.
00:38:27: im Moment weil du auch nach der Veränderung gefragt hast müssen wir uns glaube ich schon massiv damit auseinandersetzen wie sich diese Rolle entwickelt?
00:38:36: Weil einfach der Wunsch nach positiven Nachrichten also man tut sich damit als Journalist Echt schwer, weil wir das einfach nicht gelernt haben dass es unser Job ist.
00:38:47: Also man selber ist ja in dieser Rolle von.
00:38:51: Wir wollen auf keinen Fall Werbung machen und auch auf Politiker loben und so.
00:38:55: Das ist einfach nicht in der DNA sozusagen Und auch erstmal nicht an der Jobbeschreibung wenn man damit anfängt.
00:39:01: Und ich glaube trotzdem, dass wir einen Weg finden müssen so Handlungsmöglichkeiten zu eröffnen für die Menschen und eher zu zeigen.
00:39:07: Okay was?
00:39:08: Was wären den Alternativen?
00:39:09: das werden der Lösungsansätze weil es gab vor einigen Jahren von von Reuters eine groß angelegte Studie, die einfach gezeigt hat, dass ein großer großer Teil der Menschen inzwischen bewusst Nachrichten vermeidet, weil es eben ich habe dreißig Prozent war das Weil es ihnen zu negativ ist Und wir müssen schon ein Weg finden, diese Menschen zu erreichen glaube
00:39:27: ich.
00:39:27: Dass wir dann aber immer klicken wenn es negativ ist so ne?
00:39:30: Erstaunlicherweise möchte ich heute gerade sagen – ich habe gute Nachrichten für Clara!
00:39:33: Ich glaub die bisher erfolgreichsten Folgen dieses Jahr waren drei mit einem sehr positiven, das bin nämlich einmal das Solarhandwerk.
00:39:40: Die Solaranlage lohnt sich mittlerweile immer auch ohne Einspeiseverbütungen war das glaube ich.
00:39:47: Dann hatten wir mit dem Chef von TANET gesprochen der Übertragungsnetzbetreiber der ganzen Nordsee Windparks wundervoll faszinierend erklärt, wie das so aussieht.
00:39:57: Wenn man einen Sturmtief in der Nordsee ausbeutet und es gleichzeitig den Briten und Deutschland hilft und man das dann zweimal ausbauen kann wenn man das richtig macht.
00:40:05: Und da kann man fünfzig mehr Euro sparen irgendwie und hat trotzdem mehr... Oder gleich viel oder mehr Strom raus.
00:40:12: Und das waren, glaube ich die beiden hier im besten und hat so ein riesengroßes Solarkraftwerk irgendwie das erklärt wurde.
00:40:17: Aber
00:40:17: das zeigt ja nochmal umso mehr dass diese Geschichten auch total nachgefragt werden und dass wir glaube ich uns daran gewöhnen müssen die auch mehr zu erzählen weil Ich würde schon sagen, dass auch wir den Reflex haben auf die Sachen zu schauen.
00:40:29: Ja man hatte auch selber Lust drauf.
00:40:30: Ich finde ja nach wie vor du hast das glaube ich auch mal erzählt.
00:40:32: Das beste journalistische Format Deutschlands ist entweder die Sendung mit der Maus oder der Logo?
00:40:40: Ja genau weil man es für Kinder erklärt muss man sich immer Gedanken machen wie man es erklärt möglichst einfach und das ist meistens dann immer ein Zeichen dafür, dass man es verstanden hat.
00:40:51: also ich war einmal ein großer Fan von der Sendung Mit der Mause so.
00:40:55: Also ich glaube, das ist echt eine große Aufgabe.
00:40:58: Die nicht ganz einfach zu lösen ist weil es einfach auch nicht umkippen darf in so einer konforme Berichterstattung.
00:41:06: also da muss man dann glaub ich auch total aufpassen weil unsere erste demokratische Verantwortung ist es halt nun mal Macht zu kontrollieren also die vierte Gewalt sozusagen zu sein Und das darf auch nicht untergehen.
00:41:20: Aber ich glaube, das können wir auch nur sein wenn wir konsumiert werden, wenn wir glaubwürdig sind, wenn man uns vertraut und dazu gehört glaube ich auch dass man auch diese Geschichten erzählt weil die Menschen inzwischen merken was bildet überhaupt ich meine Lebensrealität ab?
00:41:32: also die Nachrichten ist nur schlimm schlimm schlimm.
00:41:35: ich spitz jetzt mal zu aber eigentlich ist doch in meinem Umfeld Es ist doch gar nicht so schlimm.
00:41:41: Das hilft
00:41:42: auch immer, wenn man den Menschen erklären kann wie sie Geld sparen oder Geld verdienen.
00:41:47: Aber
00:41:48: ich finde es schön dass das nur mal betrunzt weil es wäre genau eine Frage nämlich auch gewesen wie viel Positivität brauchen wir jetzt vielleicht auch und gerade das danke dass du es angesprochen hast das konstrukt auch nochmal unser demokratie und die rolle darin die die wir in euch sehen?
00:42:04: Ich
00:42:04: würde mir eine grüne Vision wünschen und ich glaube, das wäre mir dann schon positiv genug.
00:42:09: Also einfach dass man einen Ziel hat auf das man hinarbeiten kann.
00:42:12: Und ich glaube dann sind Menschen auch bereit Einschnitte an anderer Stelle zu ertragen.
00:42:18: wenn man weiß okay wir machen das jetzt fünf Jahre müssen wir den Gürtel enger schnallen aber danach irgendwo am Horizont ist irgendetwas gutes worauf man hin arbeiten kann
00:42:28: weil das gute teilweise halt noch definiert werden muss.
00:42:31: also Wir merken jedenfalls das mit der Aussicht auf ein besseres Klima.
00:42:37: Oder man muss ja leider sagen, es ist auch schwer positiv zu erzählen weil jetzt geht hier um ein weniger schlimmes Klima wenn man ganz ehrlich ist oder... Ist du jetzt bei der Gesellschaft?
00:42:45: Ich bin bei der Wissenschaft, bei der Klimawissenschaft, bei den Erderwärmungen sozusagen.
00:42:50: Ich hoffe bei der gesellschaft bin ich optimistischer und dass man das schon mal ein bisschen aus dem Blick verloren hat und hoffentlich wiederfindet, dass das auch ein Wert an sich ist.
00:43:00: also ich bin total dafür Auch über die wirtschaftlichen Vorteile zu sprechen, auch über die kurzfristigen unmittelbaren Vorteile für Menschen.
00:43:06: Über Arbeitsplätze, Unabhängigkeit, Frieden und so weiter.
00:43:12: eine andere Verteilung vielleicht.
00:43:14: auch bei Energie geht es ja auch viel darum wer kontrolliert sie?
00:43:18: aber ich finde schon erstaunlich dass wir uns immer wieder dafür rechtfertigen müssen wirklich auch nach dem Klimaschutz an sich zu fragen.
00:43:25: bei dem ist ja im Endeffekt nicht um darum geht das Klima zu schützen sondern die Lebensbedingungen in unserem Land zu erhalten.
00:43:32: Das gehört ja dann glaube ich auch so ein bisschen zur grünen Vision, dass man gesunde schöne... wie heißt das immer dieses Lush-Green irgendwie?
00:43:40: Dass man so Wälder die tatsächlich wie gesunde Wälden aussehen hat.
00:43:45: Glaubt
00:43:45: ihr es kommt wieder weil es gab ja den Hype gab's hast du auch schon gesagt.
00:43:49: Meint ihr es ist auch eine Wellenbewegung.
00:43:52: Also in dem Punkt glaube ich bei der Energiewende bin ich radikaler Optimist sage jetzt mal.
00:43:56: Ich glaube das kann man nicht mehr aufhalten.
00:43:58: und Wenn irgendwann kommt der Punkt, wo man halt die tatsächlich ... Wie sagt man das, die Ernte erntet?
00:44:05: Ne wie sagt man dass...
00:44:07: Die Früchte ernten.
00:44:09: Ja genau
00:44:10: wo wir die Frükte ernten werden auch mit super niedrigen Strompreisen dann nicht mehr für Privathaushalte und Industrie und dass sich das dann so ein bisschen verselbstständigt wann es sein wird ob das in fünf zehn zwanzig Jahren passiert.
00:44:23: Es ist aber halt total entscheidend wann es passiert wenn wir wieder über den Klimaschutz sprechen und auch über internationale Wettbewerbsfähigkeit die nächsten fünf bis zehn Jahre total entscheiden.
00:44:36: Und ich glaube auch deshalb ist es so eine aggressive und angespannte Stimmung, um nochmal zum Anfang zu kommen.
00:44:42: Es ist jetzt auch ein bisschen Crunchtime und viele Länder sind gezwungen sich zu entscheiden.
00:44:48: Wir haben jetzt gerade in der Podcast-Autor übergesprochen wie viele Entwicklungsländer auf erneuerbare Energien und elektrische Autos oder Motorräder setzen... Genau!
00:44:56: Und
00:44:56: einfach Liebprogen ganz genau?
00:44:58: Ja!
00:44:59: Ich glaube schon, dass das für Deutschland jetzt wichtige Jahre sind zu überlegen wo wollen wir da stehen?
00:45:05: und wir sind gut aufgestellt.
00:45:06: Ich will es überhaupt nicht so negativ sagen aber trotzdem darf man das nicht aus dem Blick behalten würde ich
00:45:12: sagen.
00:45:12: Aber trotzdem also wir haben die Technologien.
00:45:14: das letzte was gefällt hat war im großen Umfang Batteriespeicher.
00:45:20: Die bekommen sowohl Privathaushalte als auch Unternehmen auch für einen bezahlbaren Preis.
00:45:27: Und damit kann eigentlich jeder seine eigene kleine Energiewende machen und ist irgendwo auch nicht mehr abhängig davon, was die Politik jetzt nochmal einen Schritt nach links machen möchte.
00:45:36: Sondern wer hat das gesagt?
00:45:38: Das ist ja irgendwie Energiewände ist auch eine kleine Revolution von unten so
00:45:42: Und wir sagen sogar noch, wir sind schon noch weiter.
00:45:45: Weil das ist natürlich das Hardware-Gerät aber es brauchte vor allem auch noch dieses operative System was jetzt alles in einbringt
00:45:52: und
00:45:52: ich finde du hast etwas Spannendes mit dem Ausland nämlich auch gerade noch reingebracht.
00:45:55: Was wir gerade sehen wenn wir gucken sind die schon wieder wirklich decades weiter, weil sie verstehen dass diese Unmengen an KI-Compute die Elektrifizierung, die Bots was noch alles kommt brauchen ja Strom.
00:46:08: Das ist unfassbar.
00:46:09: und wo soll der herkommen wenn wir ihn nicht nutzen aus erneuerbaren Quellen?
00:46:13: Weil alle anderen werden uns egal von nochmal noch ein Kraftwerk bauen oder noch etwas nicht diese Unmenge an Strom liefern und dann wird ganz oft von Energie unendlichkeit oder Abandons im englischen gesprochen.
00:46:22: da sind wir mal gespannt.
00:46:24: Und parallel rechnet unsere Wirtschaftsministerin den Strombedarf runter und sagt, wir werden in Zukunft doch nicht so viel
00:46:30: Strom brauchen.
00:46:31: Das ist schon erstaunlich!
00:46:32: Das ist
00:46:32: wirklich erstauntlich wenn man sich die Narrative dort mal anguckt was irgendwo in Amerika oder auch in China habt ihr auch gesagt, da abgeht.
00:46:39: Sehr sehr spannend.
00:46:40: ich sage erstmal Danke und mich würde noch so interessieren.
00:46:43: Ihr habt eure eigene Inspirationsquellen aufhören schon genannt aber gibt es eine Person?
00:46:47: Oder vielleicht auch nochmal eine andere Quelle außer unser Podcast wo ihr sagt Wenn du heute das irgendwie spannend fandest, sagst du ich möchte noch ein bisschen mehr einsteigen.
00:46:55: Wem sollte man so folgen oder wen sollte man nochmal sich anhören durchlesen?
00:46:59: Also
00:46:59: ich habe ja tatsächlich LinkedIn über die letzten achtzehn vierundzwanzig Monate für mich entdeckt weil es da so viele unterschiedliche Personen gibt von... Philipp Schröder über, ich glaube das sind ja alle vorhanden.
00:47:10: Bastian Jirol von Octopus Energy, Tim Meyer hatten wir wohin glaube ich im Vorgespräch kurz erwähnt?
00:47:15: Da sind so viele spannende Leute da wenn man sie einfach für den Themenbereich Energiewende oder Energiewirtschaft interessiert wo man so viel lernen kann.
00:47:23: auf jeden Fall der Newsletter von Bloomberg Green ist auch richtig gut um mal andere Medien hier noch zu erwähnen neben unserem Podcast natürlich.
00:47:32: Und ich find's auch immer toll, wenn man andere Kolleginnen und Kollegen erwähnt.
00:47:35: Ankatrin Büsker vom Deutschlandfunk kann ich wirklich nur wärmstens empfehlen die Macht einen tollen Newsletter zu Klima- und Umweltthemen aber auch immer wieder zur Energiewende.
00:47:46: das lohnt sich.
00:47:47: Vielen Dank!
00:47:47: Ich danke herzlich für die Einladung!
00:47:49: Für den Bühne wird durch die Themen.
00:47:50: vielen Dank für die Offenheit.
00:47:51: auch wirklich Was mir in diesem Gespräch besonders auffiel, die Reflexion und die Selbstkritik an der eigenen Rolle als Journalist.
00:48:00: Das war so erfrischend und etwas das ich fast schon selten sehe im gesamten Energie- und Klimadiskurs.
00:48:06: Was besonders hängen blieb im heutigen Gespräch auch die positiven Nachrichten klicken sehr gut.
00:48:12: Wichtig ist Journalismus muss neutral und demokratisch bleiben aber irgendwie braucht er eben auch diese Krisen über die Medien gerne berichten und wir alle gerne konsumieren.
00:48:23: Die Rolle von Journalismus, Hinschauen und Lücken sehen.
00:48:26: Und da Handlungsmöglichkeiten aufzeigen aber vor allem einfach erklären wir brauchen mehr Sendung mit der Mausmomente.
00:48:34: Deutlich wurde?
00:48:35: Der Journalismus sollte sich verstärkt selbst hinterfragen denn die gesamte Rolle verändert sich was wir unter anderem gelernt haben.
00:48:42: Deutschland braucht eine klare Zukunftsvision.
00:48:46: vielleicht hilft das auch den optimistischen Geschichten der Energiewende.
00:48:49: Wir als Unternehmen Vor allem die der New Energy brauchen mehr gemeinsame Stimme und mehr gemeinsames Gesicht.
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